Schützenfest 2006 – (k)ein Traum - Klaus Rieger

Das Schützenfest 2006 hörte für mich ein bisschen so auf wie es angefangen hatte. Meine Königin Conny gab mir zum zweiten Mal das Ja-Wort. Sie nahm am letzten Abend vor der Burg vor vielen Freunden meinen Heiratsantrag an.

Bereits ein Jahr zuvor hatte sie mich mit ihrem „Ja“ dabei unterstützt, die Königswürde in Schiefbahn zu erringen. Damit konnte ich mir meinen Traum erfüllen, einmal König in Schiefbahn zu werden. Dass es kein Traum geblieben ist, dazu haben viele liebe Menschen beigetragen, bei denen Conny und ich uns noch einmal ganz herzlich bedanken wollen. Sie haben toll Hand in Hand gearbeitet, um allen Schützen und Gästen ein großes Fest zu bereiten. Ob der Wachzug Hubertusjäger, die Burener Böesch oder die KJG-„Straßengemeinschaft“ – alle haben großes geleistet. Ohne diese vielen fleißigen Freunde hätten wir niemals so ein tolles Fest feiern können. In der Vorbereitungszeit bin ich häufig zwischen Köln und Schiefbahn gependelt und habe dabei sicher einige tausend Kilometer zurückgelegt. Leider konnte ich nicht so oft in Schiefbahn sein, wie ich es mir gewünscht habe. Aber meine Minister Andreas Westerfeld und Oliver König hatten stets alles fest im Griff und haben mir jederzeit den Rücken freigehalten. Was sicherlich nur möglich war, durch die lieben Ehefrauen Doris und Simone. Als Königshaus waren wir ein Jahr lang in die Vorstandsarbeit eingebunden und haben so einen Einblick auf die große Menge Arbeit und Verantwortung bekommen, die mit dem Amt verbunden ist. Ich habe einen Riesenrespekt vor denen, die jahrelang die Geschicke der Bruderschaft lenken.

Wie ich am Samstag in der Königsburg auf die Schützen gewartet und dann endlich die Trommeln gehört habe, war ich mir nicht mehr sicher, ob es nicht doch mein Herz war, das da so laut geschlagen hat. Die Aufregung ist über die ganzen Tage nie ganz verschwunden, zuviel hat sich in der kurzen Zeit ereignet: die glanzvollen Paraden, die stimmungsvollen Königstänze, der feierliche Feldgottesdienst. Das Schützenfest waren vier Tage mit soviel Emotionen, wie ich sie vorher nicht erlebt habe und die ich sicher nicht vergessen werde.

So hatte ich wirklich die Tränen in den Augen stehen, als ich zum erstenmal die Bühne gesehen habe. Das ganze Königshaus war sich sofort einig: Wir blicken auf die schönste Bühne der Welt. An die Anrede Majestät hatte ich mich ja mit der Zeit ein wenig gewöhnt. An die damit  erbundenen Entscheidungen schwer. Als es am Montag pünktlich zur Parade regnete und es hieß „Majestät, Sie müssen entscheiden, ob die Parade im Zelt stattfindet“, war das schon ein seltsames Gefühl. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn die Schützen warteten schon auf uns im Regen. Wird einer nass, werden alle nass . . . und wir marschierten ohne Regenschirme los. Dies konnten die Schiefbahner nicht zulassen und boten uns Ihre eigenen Regenschirme spontan an. Das ist Schützenfest in Schiefbahn! Nun hatte auch Petrus keine Wahl und ließ nach kurzer Zeit die Sonne wieder scheinen.
Die Zeit ist schließlich wie im Flug vergangen. Getragen wurden wir von der tollen Stimmung und von der Freude, die rings um uns herum herrschte.

Das war vom ersten Tag an so: Ich erinnere nur an den ersten Königstanz, als wir alle das Lasso herausgeholt haben! Wir waren einfach überwältigt, von der Herzlichkeit mit der uns alle begegnet sind und mit der vor allem Conny als Nicht - Schiefbahnerin aufgenommen wurde. Wir haben die schöne Erfahrung gemacht, dass die Schiefbahner Bruderschaft, mit allen die ihr verbunden sind, eine große Familie ist. So wurde das Schützenfest für uns wie ein großes Familienfest. Und eine kleine Familie sind wir inzwischen selbst. Amy Sarah wurde am 6. Dezember geboren. Ein dritter Rieger-König kann sie leider nicht werden, aber genug Schützenfest-Erfahrung hat sie ja schon gemacht, so dass sie später einmal als Hofdame oder Ministerin sicher eine gute Figur machen würde. Conny und ich würden auf jeden Fall „Ja“ sagen, damit es kein Traum bleibt.

Conny und Klaus Rieger

P. S.: Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die an die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik gespendet haben. Wir hätten niemals mit einer solch hohen Unterstützung gerechnet. Es ist eine Riesensumme geworden, die die Arbeit dort toll unterstützt.

Aktualisiert am 17. Oktober 2008
Kategorie Archiv 2007, Festheftartikel, Könige blicken zurück